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Ökumenisches Zentrum

Birgitta-Thomas-Haus

Evangelisch und katholisch unter einem Dach

Seit 1980 teilen sich die katholische St. Birgitta-Gemeinde und die evangelische Thomas-Gemeinde die Kirche und das Gemeindehaus.

Das ist einzigartig in der Nordkirche und in Schleswig-Holstein: Evangelisch und Katholisch unter einem Dach: nur hier bei uns in Mettenhof.

Wir nutzen gemeinsam eine Kirche und ein Gemeindezentrum. So ist die Ökumene zwischen einer evangelischen und einer katholischen Kirchengemeinde für uns der Alltag.
So feiern wir Gottesdienste zum Neujahrsempfang, an Pfingsten, beim Stadtteilfest und bei anderen Gelegenheiten zusammen. Viele Gruppen und Angebote machen wir gemeinsam: die Kinderkirche, die Birgitta-Thomas-Kantorei, die Frauengruppe, Feste und vieles mehr.

Die Ökumene bei uns ist vielfältig. Es sind auch andere Gemeinden bei uns zu Hause: die Spätaussiedlergemeinde, eine presbyterianische Gemeinde aus Ghana, Vietnamesen, Polen, Eritreer.

 

In unserem Stadtteil Mettenhof leben wir unser Christ-Sein an der Seite von Menschen mit anderer Religion und ohne Religion. Wir freuen uns auf Begegnungen mit interessierten und neugierigen Menschen. Wir sind offen für Menschen, die auf der Suche sind: nach Hilfe, Sinn und Gemeinschaft.

Wir freuen uns auf Sie und Euch!

„Schaut hin!“ Jahresthema 2021 im Birgitta-Thomas-Haus

„Schaut hin!“ So lautet unser neues Jahresthema 2021 im Birgitta-Thomas-Haus, in Anlehnung an das Leitwort des ökumenischen Kirchentags im kommenden Jahr. Ein schöner Ausruf, doch was steckt dahinter? Worauf in der Bibel bezieht er sich?

5.000 Menschen versammelten sich spontan um Jesus und seine Jünger*innen. Der  Abend  nahte.  Sie  waren  unvorbereitet und es wurde Zeit, etwas zu essen. Die Jünger*innen gerieten in Aufruhr. Wie sollten sie all diese Menschen versorgen? Sie forderten Jesus auf, die Menschen wegzuschicken, damit sie sich etwas zu Essen kaufen können. Doch Jesus schaute genauer hin. Er forderte die Jünger*innen auf nachzuschauen, wie viele Brote sie überhaupt haben. Am Ende gab es ein gewaltiges Picknick und alle wurden satt.

Schauen ist nicht einfach nur ein Synonym für Sehen.
Es ist mehr aktiv als passiv. Schauen nimmt wahr, und wer einmal richtig hingeschaut hat, der kann nur schwer die Augen davor wieder verschließen.
Während der Corona-Pandemie wurde ich immer wieder dazu gezwungen, bei mir genauer hinzuschauen. Gerade während der Lockdowns fiel es mir nicht mehr so leicht, mich abzulenken und Dinge zu ignorieren, wie ich es sonst teilweise tue. Corona deckt auf! Schonungslos und mehr, als uns vielleicht lieb ist. Doch nur, wo genauer hingeschaut wird, da kann sich auch etwas verändern. Es lohnt sich also nicht nur, diesen Blick auf uns selbst, die Gesellschaft und uns als Kirche zu wagen, sondern es ist sogar dringend notwendig! Ein kritischer Blick, dennoch darf er nicht einfach nur negativ oder gar pessimistisch sein. Besonnen, aber nicht träge, sollte dann danach gehandelt werden. Gerade jetzt wäre es gut, wenn wir  nicht nur bei uns selbst hinschauen, sondern liebevoll und hilfsbereit aufeinander. Was sind unsere Ressourcen? Was kann Kirche tun? Was hat Kirche und wo gibt es einen Mangel? Wie kann jede*r Einzelne etwas dazu beitragen, dass wir gemeinsam Krisen überwinden können, ohne dass andere auf der Strecke bleiben? Bezogen auf die Kirche bedeutet es für mich, dass wir Neuerungen entwickeln, die sich nicht krampfhaft an der Bewahrung des Alten anpassen müssen. Kirche ist kein „Auslaufmodell“. Sie war doch eigentlich immer im Wandel! Wo ist er nun notwendig? Wo lohnt es sich, wie Jesus genauer hinzuschauen und altes Potential (wieder) zu entdecken? Damals wie heute suchen Menschen in der Krise nach Antworten, nach Gemeinschaft, einem Sinn und vielem mehr. Hier können der christliche Glaube und die Kirche eine große Hilfe sein. Und es ist schön, dass jeder mitgestalten und Teil davon sein kann. Daher ein zuversichtlicher Appell an uns alle: „Schaut hin“, was möglich ist!

Ihr Pastor Christian Müller-Tiedemann